> > „Zum Arabischen Coffe Baum“ ist ältestes Kaffeehaus Europas

„Zum Arabischen Coffe Baum“ ist ältestes Kaffeehaus Europas

Wer hier einmal gelandet ist, der kommt nicht mehr so schnell heraus. Im Leipziger Kaffeehaus „Zum Arabischen Coffe Baum“ in der Kleinen Fleischergasse von Leipzig regiert der Kaffeeduft. Und betören leckere Torten. Keine Frage: Das Coffe Baum Leipzig ist eine Attraktion.

Coffe Baum Leipzig: Seit 1717 wird hier Kaffee ausgeschenkt

Neben dem legendären Café Procope im 6. Arrondissement in Paris zählt der Coffe Baum zu den ältesten Kaffeeschänken in Europa. Seit 1717 wird hier nachweislich Kaffee ausgeschenkt. Als der Betreiber Johann Lehmann, Königlich Sächsischer Hof-Chocolatier im Jahr 1719 starb, führte seine Witwe den Kaffeeausschank als „Coffee Baum“ weiter. Noch heute ist ein Besuch des Gebäudes Kult. Auf mehrere Stockwerke verteilt, befinden sich in dem Kaffeehaus ein Restaurant und verschiedene Räume, so ein Arabisches Café, ein Wiener Café und ein Café Francais.

Museum zur Kaffeegeschichte im Coffe Baum Leipzig

Nettes Personal bedient recht flott, überaus hübsch anzusehen in historisch anmutenden Kostümen.  Neben der Nutzung als Cafe ist das Coffe Baum Leipzig zudem noch ein sehenswertes begehbares Exponat. Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig präsentiert eine Ausstellung zur Historie des Kaffees in Leipzig. In 15 Räumen werden über 500 ausgewählte Exponate aus 300 Jahren sächsischer Kaffee- und Kulturgeschichte präsentiert.

Um 1700, so ist zu erfahren, war der Kaffee bei den Leipzigern „in aller Munde“. Zum Alltag gehörten Kaffeekränzchen und studentische „Coffee schmäuse“. Die Beliebtheit des „Schälchen Heeßen“ ist bis heute ungebrochen. Echter Bohnenkaffee und original Meißner Porzellan sind bis heute die wichtigsten Identifikationsmerkmale der „Kaffeesachsen“ geblieben, die ihren Spitznamen von Friedrich dem Großen im Siebenjährigen Krieg bekamen.

„Ohne Gaffee gönn mer nich gämpfn!“

Weil ihnen der Kaffee fehlte, haperte es den Sachsen an der Kampfmoral und sie verweigerten den Waffeneinsatz mit dem Argument „Ohne Gaffee gönn mer nich gämpfn!“ weiß Volker Bremer von Leipzig Tourismus zu berichten.  Das originelle Museum präsentiert Exponate aus 300 Jahren sächsischer Kaffeekulturgeschichte, darunter Kaffeeporzellan aus Meißen, Kaffeetassen, Röstgeräte, Kaffeemaschinen und Kaffeemühlen. Erklärt wird auch, wie man in Leipzig den Kaffee trinkt.

”Sieße muss d`r Coffe sein”, sagt ein Sprichwort. Abfällig hingegen sprechen die ”Kaffeesachsen” von ”Plempe” oder ”Lorke”, wenn der koffeinhaltige Aufguss zu dünn ist.  Bei sogenanntem ”Schwerter-Kaffee” ist die Konzentration des Kaffees so schwach, dass die blauen Schwerter, die sich am Boden des Meißener Porzellans befanden, zu sehen waren.  Seit 1729 sagt man auch ”Blümchenkaffee”, wenn das Getränk so klar ist, das man die Blume am Grund der Porzellantasse sehen kann. So heißt es in einer Geschichte aus dem 18. Jahrhundert, dass ein sparsamer Gastgeber für fünfzehn ”Schälchen Heeßen” vierzehn Bohnen röstete und mahlte.

Treffpunkt zu jeder Zeit

Ein außergewöhnliches Hauszeichen aus dem Jahre 1720 gab dem Haus seinen Namen „Zum Arabischen Coffe Baum“. Die barocke Bildhauerei zeigt einen Orientalen, der einem Putto eine Schale Kaffee reicht. Sie symbolisiert so die Geschichte des Kaffees als Kulturgeschenk des Orients an den Okzident. Zu allen Zeiten war das Coffe Baum Leipzig Treff der Prominenz, darunter Robert Schumann, Johann Sebastian Bach, Richard Wagner und Franz Liszt. Aber auch August der Starke und Napoleon sollen bei ihren Leipzig-Aufenthalten dort gewesen sein. 1990 diskutierten Helmut Kohl und Lothar de Maizière die Chancen der deutschen Einheit.

Hier finden Sie weitere Reisetipps zu Leipzig.

Coffe Baum: Entdecker-Infos

Adresse:  Kleine Fleischergasse 4, Leipzig

Telefon:  +49 (0)341 7104-260

Infos: | www.coffe-baum.de

 

Mail:| info@ltm-leipzig.de

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