> > Städte, Kirchen und Natur pur in Polen

Städte, Kirchen und Natur pur in Polen

Erinnern wir uns. Früher war eine Fahrt nach Polen nichts für spontane Gemüter. Damals hieß es Schlange stehen an der Grenze und weiter auf holprigen Straßen. Das hat sich heute geändert.

Mautpflichtige Autobahnen

Zwischen einigen Städten, beispielsweise Danzig und Torun, gibt es neue Autobahnen. Für das bequemere Fahren auf den wenig befahrenen Autobahnen zahlt man gerne Maut.

Die Sehenswürdigkeiten Polens lassen sich am besten im Rahmen einer Rundreise entdecken. Fast alle Reisen nach Masuren führen über Danzig nach Ebing, wo der Oberländische Kanal beginnt, weiter geht die Fahrt Richtung Allenstein und Frauenburg. Dort ist der in Torun aufgewachsene Nikolaus Kopernikus bestattet. „In Masuren glaubt man, in einem Paradies zu leben, in das der liebe Gott kommt, wenn er sich ausruhen will“, schrieb der in Masuren geborene deutsche Schriftsteller Arno Surminski einst. So ist es heute dort noch sehr ruhig. Erleben kann man Masuren und Ermland auch mit dem Fahrrad, man folgt endlosen Alleen, kommt an wogenden Getreidefeldern vorbei und lernt kleine Bauerndörfer, aber auch mächtige Burgen und Schlösser kennen.

Restaurierte und kaputte Schlösser

Leider sind viele der Schlösser im und nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Aber jene, die wieder aufgebaut worden sind, wurden oft wundervoll restauriert. Liebevoll saniert ist auch die Altstadt von Torun, die man von Danzig aus kommend erleben kann. Bei der Stadtführung in Torun fühlt man sich richtig jung unter den vielen Studenten in den Cafés rund um das gotische Rathaus mit dem Denkmal von Kopernikus.

Höhepunkt der Reise ist natürlich die Masurische Seenplatte, Mragowo, wie das frühere Sensburg heute heißt, auch die Sommerhauptstadt im Land der tausend Seen genannt. Von dort lohnt wieder eine Radtour über teils sandige Strecken und altes Kopfsteinpflaster. Es ist wie die Reise durch ein Märchenland – eine stille, verträumte Landschaft mit kleinen Bauernhöfen, knorrigen Obstbäumen und Störchen über allem. Bei Ketrzyn (Rastenburg) erinnert eine Gedenkstätte an den Widerstandskreis um Klaus Graf Schenck von Stauffenberg und das gescheiterte Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944. Leider wird in dem einstigen Hauptquartier von Adolf Hitler auch viel Falsches erzählt und jede Menge Kitsch angeboten.

Klingende Figuren im Kloster Heilige Linde

Ganz in der Nähe kann man zur barocken Wallfahrtskirche Heilige Linde (Swieta Lipka) pilgern, wo ein Mönch Orgel spielt. Hier sollte man nicht nur zuhören, sondern auch zuschauen, denn geschnitzte Figuren an dem Orgelgehäuse bewegen sich zur Musik. Für den Rückweg aus der stillen Landschaft gibt es zwei Wege. Entweder man fährt von hier aus über Allenstein und Sensburg nach Warschau, oder man fährt über die Marienburg zurück nach Danzig. Beide Strecken bieten viele Überraschungen. Auf dem Weg nach Danzig thront die zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Marienburg am Ufer der Nogat. 800 Meter misst allein die Außenmauer der Anlage. Damit beherrschten die Ritter des Deutschen Ordens den damals wichtigen Handelsweg, bis ihr Reich zerfiel. Die Altstadt von Danzig empfiehlt sich dann dann wieder für einen oder zwei Tage Aufenthalt.

Mondänes Seebad Sopot

Von dort aus ist es nicht weit bis zur Putziger Nehrung, wo man im Sommer den ganzen Tag baden und Burgen bauen kann. Im Seebad namens Sopot (Zoppot) kann man auf der über 500 Meter langen Mole flanieren. Beim Abendessen in einem der vielen Restaurants empfehle ich, einmal das legendäre „Goldwasser“ zu probieren, 40-prozentigen Schnaps mit 23-karätiger Einlage.

Hier finden Sie weitere Reisetipps für Polen.

Themen des Artikels

Weitere Artikel von Dieter Weirauch

Kommentare

Eine Antwort hinterlassen