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Sicherheit in Istanbul: Frauen sollten vorsichtig sein

Die Sicherheitshinweise der europäischen Außenämter für Istanbul könnten den Eindruck erwecken, als sei die Stadt am Bosporus ein gefährlicher Ort. Dazu sollte man wissen: Die Behörden müssen sich absichern.

Weil Terroristen ab und zu einen Anschlag verüben, bedeutet dies keineswegs, dass man einen Bogen um Istanbul oder die ganze Türkei machen sollte. Vielmehr kam bei den wenigen Anschlägen bislang so gut wie nie ein Tourist zu Schaden – jedenfalls deutlich weniger, als bei Autounfällen in der Türkei.

Sicherheit für Frauen in Istanbul

Anders ist es mit der „gewöhnlichen“ Kriminalität. Abgesehen von den üblichen Vorsichtsmaßnahmen, die weltweit in Ballungsräumen gelten und die auch ein Besucher Istanbuls zur eigenen Sicherheit treffen sollte, sind besonders Frauen ohne männliche Begleitung gefährdet. Aufgrund des auch im weltoffenen Istanbul immer noch traditionellen Frauenbildes gelten allein reisende Frauen einigen Menschen als Freiwild.

Neben Belästigungen, die schon durch einen direkten Blick in die Augen ausgelöst werden können, wurden in letzter Zeit zunehmend Übergriffe gemeldet wie Raub, Nötigung und Vergewaltigungen. Frauen können sich schützen, indem sie entweder eine zuverlässige männliche Begleitung suchen oder sich grundsätzlich nur an hellen, belebten Plätzen aufhalten, gerade auch, wenn sie mit dem eigenen Auto oder Mietwagen unterwegs sind. Im Zweifelsfall ist der bewachte Parkplatz immer die bessere Wahl.

Landessitten beachten

Handtaschen sollten möglichst nicht offen getragen werden, die Kleidung sollte den Landessitten angepasst werden, auch wenn das in Istanbul eigentlich nicht so genau genommen wird. Es leben nicht nur modern geprägte Türken in der Stadt, sondern auch konservative sowie ein nicht unerheblicher Teil von Menschen aus anderen Herkunftsländern, deren Ansichten nicht so aufgeklärt sind wie die der meisten Istanbuler Türken.

Ansonsten gibt es auch in Istanbul die leider weltweit üblichen Betrugsversuche. Kreditkartennummern und Pincodes werden ausgespäht und missbraucht, auch in Wechselstuben. Im Nachgang versuchen Betrüger, etwa als Behörde getarnt, mit unbegründeten Rechnungen Kasse zu machen. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Wer in Deutschland aus der Türkei heraus zu einer überraschenden Zahlung aufgefordert wird, sollte sich sofort mit der deutschen Polizei in Verbindung setzen – ob es sich um einen angeblichen Lottogewinn oder ein „Knöllchen“ handelt.

Taxi-Preise in Istanbul auhandeln

Bei Taxifahrten gilt der Taxameter. Trotzdem sollte man sich vor dem Einsteigen den ungefähren Preis nennen lassen, um unnötige Umwege von vorherein als Betrug zu entlarven. Bei längeren Fahrten kann man den Preis auch zuvor aushandeln. Aber auch Busse und Bahnen sind eine sichere Alternative.

Wer selbst fährt, sollte sich in Istanbul zur eigenen Sicherheit nicht darauf verlassen, dass die anderen Verkehrsteilnehmer die Regeln einhalten. Im Zweifelsfall ist die Verständigung per Handzeichen sicherer als das Ampellicht. Kommt es zu Meinungsverschiedenheiten, sollte man immer nachgeben und keinen Streit provozieren. Das könnte gefährlich werden – muss es aber nicht. Nicht jeder Bewohner von Istanbul ist impulsiv und aggressiv.

Wegen verschiedener Vorfälle mit gepanschtem Alkohol sollte man bei Flaschen auf die Originalverpackung mit dem Lizenzzeichen TAPDK auf dem Flaschendeckel achten, ferner auf die unbeschädigte, türkisfarbene Banderole.

Drogen in Istanbul sehr gefährlich

Drogendelikte werden in der Türkei mit langen Haftstrafen geahndet, was vielen aber unbekannt ist: Gleiches gilt für die Ausfuhr von Antiquitäten. Dazu gehören nicht nur als solche ersichtliche Gegenstände. Bekanntes Beispiel: Ein paar aufgesammelte Steine in der Hosentasche eines Kindes haben den Vater in Untersuchungshaft gebracht.

Touristen dürfen ferner den türkischen Staat in der Öffentlichkeit nicht kritisieren. Vor allem ist es gefährlich, Sympathien für die PKK zu äußern. Allerdings haben die Sicherheitsbehörden in Istanbul vor allem politische Aktivisten im Visier, die unter dem Deckmantel des Tourismus einreisen. Dem normalen Urlauber sollte nichts passieren.

Ansonsten gilt: Wer sich ins Rotlichtmilieu begibt, droht abgezockt zu werden. Das ist in Istanbul nicht anders als in Berlin, New York und Rio de Janeiro. Ansonsten ist Betrug in Istanbul nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Die hilfsbereiten, freundlichen Einwohner sind gegenüber denen mit schlechten Absichten deutlich in der Überzahl. In den Ladenzeilen wie dem berühmten Ägyptischen Basar kann man bedenkenlos einkaufen. Wer sich dennoch übervorteilt fühlt, kann sich an die Touristenpolizeit am Eingang Yerebatan-Zisterne der Hagia Sophia wenden.

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Thalia.de

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