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Seychellen: Inselhüpfen im Tropen-Paradies

Reif für die Insel? Auf den Seychellen steht vor der Erholung die Qual der Wahl. Groß? Klein? Gut erreichbar? Abgelegen? Die meisten Touristen zieht es nach Mahé, Praslin oder La Digue. Aber es gibt auch einige Geheimtipps. Winzige Inselchen mit Namen wie Silhouette oder Frégate, North Island, Aride, Bird oder Denis verteilen sich rund um die großen Seychellen-Inseln im Indischen Ozean.

 Insgesamt 115 Inseln gehören zu den Seychellen. Aufgeteilt werden sie in die Inner Islands mit den schon erwähnten Inseln und die Outer Islands, die sich über die gewaltige Fläche von 400.000 Quadratkilometern erstrecken und nur sehr spärlich besiedelt sind. Doch dazu später.

Kannenpflanzen auf Silhouette

Die größte der Geheimtipp-Inseln ist Silhouette. Die macht ihrem Namen besonders abends alle Ehre, wenn man ihre Umrisse vom nahegelegenen Mahé aus sieht. Obwohl sie mit 20 Quadratkilometern Fläche sogar größer ist als La Digue, wohnen in den beiden Dörfern La Passe und Grand Barbe insgesamt nur etwa 150 Menschen. Richtige Straßen gibt es nicht auf der Insel, die von Mahé aus per Helikopter oder Speedboot zu erreichen ist, dafür aber eine herrlich ursprüngliche und streng geschützte Natur. Dazu gehören die Berge Mont Plaisir und Mont Dauban und ein Nebelwald, der einmalig ist auf den Seychellen. Hier wächst zum Beispiel die exotische Kannenpflanze, ein fleischfressendes Gewächs.Auch die Seychellen-Riesenschildkröte kann man auf Silhouette sehen – hier gibt es eine Aufzuchtstation, in der seit den 1990er-Jahren etwa 150 Jungtiere aufgezogen wurden.

Der perfekte Strandlook
Beim Sonnenbaden an den feinkörnigen Stränden der Seychellen, lässt es sich tagelang herrlich schwelgen, jedoch sollte man insbesondere bei längeren Aufenthalten im Freien ein Auge auf die Lichtempfindlichkeit des Körpers haben. Der Klassiker für legere Coolness sind natürlich Sonnebrillen. Eine große Auswahl sportlicher Modelle und High-End Linien gibt es beispielsweise bei bekannten Anbietern, wie Mister Spex

Wer auf Silhouette wohnen möchte, hat die Wahl zwischen einer Lodge (Silhouette Island Lodge) und  das Fünf-Sterne-Resort Hilton Seychelles Labriz Resort & Spa. Spektakulär sind die Strände von Silhouette, die Anse La Passe oder die Anse Lascars. Und wer die Insel erkundet, der kann ja mal gucken, ob er den Schatz findet, der hier liegen soll!

Luxus pur auf den Seychellen: North Island

Nur fünf Kilometer von Silhouette und 32 Kilometer von Mahé entfernt liegt North Island. Sie ist nur 2,5 Quadratkilometer groß und gehörte mehr als 100 Jahre lang einer Familie aus Réunion, die hier eine Plantage einrichtete. Inzwischen wurden die fremden Arten von der Insel verbannt, einheimische wieder angesiedelt und man ist dabei, North Island in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen.

North Island, das heute noch im Privatbesitz ist, beherbergt ein exklusives Resort, in dem Umweltschutz eine Hauptrolle spielt.  Nur elf Gästevillen gibt es hier, die sich in die Natur einfügen. Prachtstück ist Villa 11, die auf einem Felsen steht und deren Herzstück ein Badezimmer mit einer riesigen Badewanne ist. Außerdem gibt es auf North Island ein Wellness-Center, eine Bibliothek, eine Boutique, eine Strandbar und die Honeymoon Beach, die so abgeschieden ist, dass sie ein Lieblingsziel für Brautpaare und Hochzeitsreisende ist. Zu den prominentesten Gästen des Resorts gehörten Prinz William und Catherine.

Exklusives Resort in traumhafter Natur: Frégate Island

Luxus und Natur verbinden sich auch auf Frégate, das etwa 55 Kilometer östlich von Mahé entfernt liegt und dem deutschen Industriellen Otto Happel gehört. Den Namen verdankt die 2,2 Quadratkilometer große Insel dem Seychellen-Entdecker Lazare Picault, der sie nach den dort lebenden Fregattvögeln benannte. Heute kann man hier der Aldabra-Riesenschildkröte begegnen und dem sehr seltenen Seychellendajal,  einem schwarz-weißen Vogel, der ein bisschen einer Elster ähnelt. Er steht wie die ganze Insel unter Naturschutz. Wer Frégate besucht, wohnt im Luxusresort Frégate Island Private, zu dem 16 Villen und eine Presidential Villa gehören. Auf Privatsphäre wird größter Wert gelegt, auf Meerblick ebenfalls.  Infinity-Pools und Terrassen mit Tagesbett gehören zur Ausstattung, ein privater Butler für jede Villa ebenfalls.

Trotz Pools gibt es natürlich auch Strände auf Frégate. Traumstrände, natürlich, und zwar gleich sieben Stück, so dass man nur selten einem der anderen Gäste der Insel begegnet. Eine Marina, eine Bibliothek, ein Kinderclubhaus, ein Museum, eine Boutique, das traumhafte Wellness-Zentrum Rock Spa und eine Plantage finden sich ebenfalls auf der Insel. Letztere liefert die Früchte und das Gemüse, das in den Restaurants des Resorts serviert werden.

Schildkröten und Vögel auf Aride

Die nördlichste Seychelleninsel, Aride, liegt etwa zehn Kilometer nördlich von Praslin. Sie ist 0,68 Quadratkilometer klein und wird von nur sechs Menschen bewohnt. Die atemberaubend schöne Insel steht unter strengem Naturschutz – und das aus gutem Grund: Hier brütet mehr als eine Million Seevögel, darunter sehr seltene Arten.  Auch die gefährdete Karett-Schildkröte hat hier ein Rückzugsgebiet gefunden. Übernachten kann man auf Aride nicht. Um zu verhindern, dass fremde Arten per Schiff auf die Insel gelangen, müssen Besucher in Strandnähe auf ein inseleigenes Boot umsteigen. Öffnungszeiten für Besucher: So/Mo/Mi, 10-15 Uhr, Preis: etwa 500 Seychellen-Rupien.

Vogelparadies der Extraklasse: Bird Island

Die Insel Bird trägt eine ihrer Attraktionen schon im Namen: Sie ist ein Vogelschutzgebiet und Rückzugsort für unzählige Vogelarten. Früher hieß Bird übrigens „Île aux vaches“ (Insel der Seekühe) – auch diese Tiere kann man mit etwas Glück hier sehen. Doch Gäste kommen, um die Millionen von Rußseeschwalben zu sehen, die hier zwischen April und Oktober brüten. Und sie kommen, um Esmeralda zu treffen, die mit 300 Kilogramm und 200 Jahren wohl die schwerste  und älteste Riesenlandschildkröte der Welt ist. Neben Esmeralda (die übrigens ein Mann ist) leben auf Bird noch zahlreiche andere Schildkröten-Arten, darunter die seltene echte Karettschildkröte, die zwischen Oktober und Februar damit beschäftigt ist, ihre Eier im Sand zu verbuddeln. Mit etwas Glück kann man später die frischgeschlüpften Schildkrötenbabys sehen, die mit traumwandlerischer Sicherheit vom Strand zum Meer krabbeln.

Bird liegt etwa 100 Kilometer nördlich von Mahé, und wer hierherkommt, der interessiert sich mehr für die Natur als für die Strände. Obwohl auch die grandios sind. Hier gelingen grandiose Nahaufnahmen seltener Tierarten, und wer mag, der lässt sich von den Naturschützern der Insel in die Lebensweise bestimmter Arten einführen. Wohnen kann man in der Bird Island Lodge, zu der 24 Bungalows gehören. Sie verteilen sich auf dem Gelände einer einstigen Kokosnussplantage. Die Häuser sind im Vergleich zu den Unterkünften auf North oder Frégate schlicht, aber komfortabel und sehr liebevoll eingerichtet.

Exklusiv: Denis Island

Die Insel Denis, 95 Kilometer von Mahé entfernt, ist etwa doppelt so groß wie Bird und üppiger bewachsen. Benannt wurde sie nach Denis de Trobriand, der die Insel 1773 entdeckte. Etwa 60 Menschen leben auf Denis, das an zwei Seiten von einem schützenden Korallenriff umgeben und Heimat seltener Tier- und Pflanzenarten ist. Früher war die Insel eine Kokosnussplantage – einige der ursprünglichen Gebäude blieben erhalten, ebenso ein Leuchtturm. Heute dient das Plantagengelände als Gemüsegarten, in dem das herangezogen wird, was in der Denis Private Island Lodge serviert wird.

Zur Lodge gehören 23 luxuriös ausgestattete Chalets und zwei große Villen, die von tropischen Gärten umgeben sind. Außerdem gibt es eine Bar und mehrere Restaurantbereiche, allesamt edel eingerichtet und mit einer Küche, die zu den besten der Seychellen zählt. Die Atmosphäre der Insel und des Resorts spricht besonders Paare an, die hier ihre Flitterwochen verbringen.

Outer Islands: Von Coetivy bis zum Aldabra-Atoll

Zu den „Outer Islands“, den äußeren Inseln der Seychellen, zählen die südlichen Koralleninsel Platte und Coetivy,  die Amiranten, die Alphonse-Gruppe, Farquhar und Aldabra. Viele der Inseln sind unbewohnt, nur auf einigen gibt es kleine Siedlungen, auf anderen Naturschutzstationen. Berühmt ist das Aldabra-Atoll, das größte Atoll des Indischen Ozeans. Es ist streng geschützt und besteht aus vier Inseln. Seit 1982 gehört Aldabra zum Weltnaturerbe der Unesco. Das liegt zum Beispiel an der von hier stammenden Aldabra-Riesenschildkröte, aber auch an den zahllosen anderen Vogelarten. Wer Aldabra (www.aldabra.org) besuchen möchte, muss dies in Verbindung mit einer Kreuzfahrt tun, auf deren Route das Atoll liegt.  Silke Böttcher

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