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La Digue – Trauminsel mit Schildkröte und Ochsenkarren

Den Urlaub auf  La Digue muss man sich erkämpfen. Das liegt daran, dass die Seychellen-Insel nur mit dem Boot zu erreichen ist. Bevor man sein Handtuch zum ersten Mal an den Strand der Bucht Anse Source d’Argent legen kann, muss man nach Mahé fliegen, dort am Internationalen Flughafen umsteigen in ein Kleinflugzeug nach Praslin und dann mit der Fähre oder dem schnelleren Katamaran nach La Digue. Bloß wer es ganz eilig hat, der nimmt den Helikopter, der ohne Zwischenlandung nach La Digue fliegt.

La Digue – ein Paradies ohne Flughafen

Allerdings ist die Anreise alles andere als stressig, denn die Sicht von oben aus dem Flugzeug oder weiter unten (vom Meeresspiegel aus) ist atemberaubend. So viel Grün, solch ein gleißendes Weiß, dieses Türkisblau – das sieht man nur selten. Und noch bevor man sich von den Eindrücken erholt hat, ist man schon auf der kleinen Insel La Digue angekommen. Sie ist die kleinste der drei bewohnten Hauptinseln der Seychellen, Mahé und Praslin sind deutlich größer. Wobei bewohnt ein relativer Begriff ist. Auf der fünf Kilometer langen und drei Kilometer breiten Insel leben zwar 2200 Menschen, aber sie halten sich überwiegend im Hauptort La Passe auf, an dem auch der Hafen liegt. Der Rest der Insel ist nur spärlich besiedelt.

Wer La Digue besucht, der sollte wissen, dass die ersten Bewohner erst 1798 kamen, und das waren Aufständische aus Réunion, die dorthin deportiert wurden. Wie eine Strafe erscheint es aber nicht, auf La Digue leben zu müssen. Das Inselchen ist mit tropischen Wäldern bewachsen und lockt mit einigen der schönsten Strände der Welt. Doch dazu später.

Sanfter Tourismus als Einnahmequelle

Während die Menschen früher hauptsächlich von der Fischerei, dem Anbau von Vanille und der Kopragewinnung (das getrocknete Kernfleisch von Kokosnüssen heißt Kopra, es wird zu Kokosraspeln verarbeitet oder zu Öl gepresst) lebten, ist es heute hauptsächlich der Tourismus. Gemäßigter Tourismus, müsste man dazu sagen, denn es gibt keine großen Ferienanlagen, sondern nur ein Hotel (La Digue Island Lodge) und viele kleinere Unterkünfte. Befestigte Straßen fehlen weitgehend, was der Insel eine ganz besondere Idylle verleiht, denn die meisten Menschen sind mit dem Fahrrad oder dem Ochsenkarren unterwegs.

Mit einem dieser Fahrzeuge kommt man auch zu den Stränden. Zur Anse Severe, der Anse Patates, der Anse Cocos, der Grand Anse und – natürlich zur Anse Source d’Argent, dem Strand, der mit schöner Regelmäßigkeit zum schönsten der Welt gewählt wird. Oder zumindest unter den Top Five landet. Auch wenn solche Einschätzungen immer sehr persönlich sind: Ich stimme absolut zu.  Rötliche, vom Wind und Wetter rundgewaschene Granitfelsen bilden die dramatische Kulisse der Bucht, in der Palmen hübsche Akzente setzen. Dazwischen lockt der weißeste Pulversand, den man sich vorstellen kann, und davor das Meer, das in den unterschiedlichsten Schattierungen von Blau und Türkis schillert.

 Und das Schönste: Man findet immer ein Plätzchen für sich. Allerdings kann es sein, dass gerade ein Trupp Menschen dabei ist, die Anse Source d’Argent zur Kulisse für einen Werbefilm oder Modefotos zu machen. Das geschieht häufig, was die Bucht zur wohl meistfotografierten der Welt gemacht hat.  Wem es dann doch zu voll wird an der Anse Source d’Argent, der weicht auf einen der vielen anderen Strände aus, die den Titel „schönster der Welt“ genauso verdient hätten. Allerdings sollte man aufpassen, denn an der Grand Anse zum Beispiel gibt es hohe Wellen und teilweise gefährliche Strömung.

Paradiesschnäpper und Riesenschildkröte

Neben den Stränden hat La Digue noch eine zauberhafte Natur zu bieten. Zwar wächst hier nicht die berühmte Coco de Mer wie im Vallée de Mai auf Praslin, aber dafür brütet auf der Insel der seltene Seychellen-Paradiesschnäpper, ein blauschwarzer Vogel mit einem blauen Augenring und blauem Schnabel. Er lebt im Vogelschutzgebiet La Digue Veuve Réserve.  Und auf La Digue kann man einem der skurrilsten Tiere der Seychellen begegnen: Für die berühmte Riesenschildkröte, die ihrem Namen wirklich alle Ehre macht, wurde in der Plantage L’Union Estate ein Gehege eingerichtet. Dort kann man den freundlichen und behäbigen Riesen beim genussvollen Verspeisen von Blattwerk zu sehen. Vielleicht ist ja das langsame Tempo ein Grund, warum einige dieser Tiere mehr als 100 Jahre alt sind?

Kopra-Produktion wie in alten Zeiten

Überhaupt ist der Union Estate Park ein lohnenswertes Ziel. Mittelpunkt ist ein antikes Plantagenhaus. Die dazugehörige Plantage nimmt etwa ein Drittel von La Digue ein und ist heute Heimat vieler Pflanzen, darunter Gemüse-, Vanille- und Medizinpflanzen.  Spektakuläre Felsen gehören ebenfalls zu den Besonderheiten des Union Estate Parks. Wer wissen möchte, wie Kopra produziert wird, der schaut sich die Kopramühle an, auf der noch heute ein Rind damit beschäftigt ist, die Mühlsteine zu bewegen.  Vorbei an einigen alten Kolonialhäusern und am romantisch überwucherten alten Friedhof mit Gräbern der ersten Siedler geht es bis zur Anse Source d’Argent.

Aber einen Ort sollte man sich nicht entgehen lassen: das Adlernest (Nid Aigle).  besuchen: Das ist der höchstgelegene Ort von La Digue, den man am besten auf der Straße nach Bel Air erreicht – idealerweise am Vormittag, denn ein Teil der Strecke ist nahezu schattenlos. Vom Adlernest aus hat man einen grandiosen Blick auf die herrlichen Buchten und die gesamte Insel. Nach der Wanderung hat man sich dann zwei Dinge verdient: ein Bad im Meer (egal, an welchem Strand) und ein feines kreolisches Essen in einem der Restauants, zum Beispiel The Pool Restaurant, Veuve Restaurant oder Zerof, wo man sich die abgewanderten Pfunde sehr lecker wieder anfuttern kann. Silke Böttcher

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