> > Pamukkale – weißes Naturwunder in der Türkei

Pamukkale – weißes Naturwunder in der Türkei

Beim Besuch von Pamukkale fühlt sich mancher direkt auf den Mond versetzt. Oder zumindest ins ewige Eis – auch wenn es hier absolut nicht eisig ist. Wer den kleinen Ort im Südwesten der Türkei besucht, ist überwältigt von dem Bild, das sich ihm bietet: Seine mächtigen Kalksinterterrassen haben Pamukkale weit über die Grenzen der Türkei hinaus bekannt gemacht.

Pamukkale: Glitzernde Kaskaden aus Kalk

Weiß in allen Farbschattierungen dominiert die glitzernden Kaskaden, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehören. Geformt wurden sie im Laufe vieler Jahrtausende durch kalkhaltige Thermalquellen.  Heute sieht das Naturwunder aus wie ein riesiger erstarrter Wasserfall.  Ähnliche Gebilde gibt es zum Beispiel im Yellowstone Nationalpark in den USA (Mammoth Hot Springs).

Baumwolle gab dem Gebilde den Namen

Pamukkale – „Baumwollburg“ haben die Einheimischen das Gebilde genannt – ihnen diente die hier produzierte Baumwolle als Namensgeber für die bizarre Landschaft, die ihnen einigen Wohlstand einbrachte. Denn bei vielen Türkei-Touristen ist ein Besuch in Pamukkale fest eingeplant. Der Ort, der eine ähnlich bedeutende Sehenswürdigkeit ist wie Troja, das Badeparadies Ölüdeniz oder die Ausgrabungen von Halikarnassos, ist von Antalya, Izmir oder Marmaris aus in einigen Stunden zu erreichen. Viele Hotels in Ferienorten wie Fethiye oder Antalya bieten zudem Tagesausflüge mit Bussen an.

Liebe der Touristen hat den Terrassen nicht gut getan

Rund um die Kalksinterterrassen von Pamukkale entstanden in den 1960er Jahren viele Hotels, um die Gäste unterzubringen. Den Kaskaden tat diese Liebe allerdings nicht unbedingt gut  – Abwässer und  achtlos auf der Sehenswürdigkeit herumwandernde Touristen haben die Terrassen verfärbt und beschädigt. Auf Druck der Unesco ist es seit 1996 verboten, die Terrassenanlage zu betreten und in den Becken zu baden. Dafür legte man  an anderer Stelle künstliche Becken an. Die oberhalb der Terrassen gelegenen Hotels, die das Thermalwasser für ihre Schwimmbäder genutzt hatten, wurden abgerissen und neue unterhalb der Terrassen erbaut.

Besonders zum Sonnenuntergang sind die Kalksinterterrassen von Pamukkale von fast unwirklicher Schönheit. Dann sorgt das Licht für faszinierende Reflexe.

Antike Stadt Hierapolis

Wer Pamukkale besucht, sollte sich allerdings nicht auf die Terrassen beschränken – denn hier kann man eine Zeitreise in die Antike machen.  In die Zeit, in der Pamukkale noch Hierapolis hieß und die alten Römer in den Thermalquellen Gesundheit und Erholung suchten. Oberhalb von Pamukkale sind noch Reste der antiken Stadt erhalten,  darunter Ruinen des einstigen Bäderkomplexes, ein Theater aus dem 2. Jahrhundert n. Ch.  mit 10.000 Plätzen, Stadttore, Tempel, die gepflasterte Hauptstraße und Brunnen.  Außerdem finden sich in der angrenzenden Nekropole mehr als 1200 Gräber – das Areal ist die größte antike Totenstadt Kleinasiens.

Im Archäologischen Museum in Hierapolis, das am Ort des antiken Gymnasions und in den einstigen Römischen Bädern untergebracht ist, sind Münzen, Sarkophage, Statuen, Reliefs und andere Fundstücke ausgestellt. Ein Besuch lohnt sich schon wegen der Räumlichkeiten.

Pamukkale – Infos

  • Anfahrt: Ab Antalya auf der E87 (D350) über Korkuteli, Sögüt, Cavdir, Serinhisar über Denizli bis Karsiyaka und zur Kreuzung D320. Geradeaus auf dem Pamukkale Blv über Korucuk bis Pamukkale. Entfernung ab Antalya: etwa 320 Kilometer
  • Archäologisches Museum Hierapolis: Örenyeri Kasabası, Denizli Merkez/Denizli, Türkei; Eintritt: 5 TL (etwa 2 Euro)

Pamukkale auf der Unesco-Seite

Hier finden Sie weitere Sehenswürdigkeiten in der Türkei.

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