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Kakadu-Nationalpark – der Garten Eden Australiens

Der Kakadu-Nationalpark ist das, was man einen Garten Eden nennen könnte. Denn das  nicht ganz 20.000 Quadratkilometer große Gebiet im Northern Territory von Australien ist nicht nur ein reichhaltiges Refugium für Pflanzen und Tiere, sondern auch eine bedeutende Kulturlandschaft, die von den Aborigines geprägt wurde. Deshalb erklärte die Unesco den Park auch zum Weltnatur- und –kulturerbe. Und wer ihn besucht, der versteht schnell, warum das Gebiet so schützenswert ist. Die Landschaft ist atemberaubend – mit Hochplateaus, Savannen,  Wasserfällen, weitläufigen Wäldern und riesigen Feuchtbiotopen.

Seit 1981 ist das Gebiet Nationalpark. Besiedelt aber wird es schon viel länger: Seit etwa 50.000 Jahren leben hier die Aborigines – an vielen Stellen haben sie eindrucksvolle Felszeichnungen hinterlassen. Berühmt sind die Malereien in Nourlangie und Ubirr Rock.

Erst 2002 wurde der Abbau von Uran eingestellt

„Gagudju“ sagen die Aborigines zu dem Park, der ihnen 1978 von der Regierung zurückgegeben wurden. Es ist der Name des Stammes, der in diesem Gebiet ansässig ist. Die Ureinwohner verpachteten das Land an die Regierung, die ihrerseits den Kakadu-Nationalpark gründete. Trotz des Schutzes bauten Minengesellschaften viele Jahre lang in dem Gebiet Uran ab. Erst 2002 wurde der Abbau nach langen Protesten eingestellt.

Wer den Kakadu-Nationalpark besuchen will, kommt am besten in der Trockenzeit, denn zwischen November und Mai sind viele der Feuchtgebiete überschwemmt. In der trockenen Zeit gibt es gute Gelegenheiten, Tiere in den verbleibenden Feuchtbiotopen zu beobachten. Wenn dann der Monsunregen aufzieht, wird es extrem heiß und feucht. Dann kann man ein interessantes Phänomen beobachten: An dieser Stelle werden zwischen Oktober und Dezember mehr Blitzeinschläge gemessen als irgendwo sonst auf der Welt.

Artenreiche Natur im Kakadu-Nationalpark

Naturliebhaber finden im Kakadu-Nationalpark, ähnlich wie im nicht minder berühmten Great Barrier Reef, das reinste Paradies vor: Mehr als 1700 Pflanzenarten gedeihen hier, viele davon sind endemisch. Seerosen in allen Farben bedecken die Sümpfe, Lotosblumen, Teebäume und Eukalyptus wachsen in dem Gebiet. Das dichte Wurzelwerk der Mangroven dient als Rückzugsgebiet für Fischarten wie dem Barramundi.

Auch die Tierwelt ist eindrucksvoll. 60 verschiedene Säugetierarten leben im Park, darunter acht Känguru-Arten, Flughunde, oder Dingos. Dazu kommen 280 Vogel- und 117 Reptilienarten. Das Leistenkrokodil lebt hier ebenso wie das Süßwasserkrokodil – ersteres kann übrigens bis zu sechs Meter lang werden. Der Vollständigkeit halber seien auch noch die 25 Froscharten und die mehr als 10.000 Insektenarten erwähnt. Am auffälligsten sind die Termiten im südlichen Teil des Parks, die wahre Kunstwerke auftürmen.

Wasserfälle und Felszeichnungen

Etwa 200.000 Touristen besuchen das Naturparadies pro Jahr.  Zu den Attraktionen gehören neben der Tier- und Pflanzenwelt und der Kultur der Aborigines atemberaubende Wasserfälle wie die Twin Falls oder die Jim Jim Falls. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Bowali-Besucherzentrum, das Mamukala-Feuchtgebiet mit einer überdachten Beobachtungsplattform oder das Warradjan-Kulturzentrum der Aborigienes. Im Yellow Water-Feuchtgebiet kann man sehen, wie die Jahreszeiten die Natur verändern.

Hunderttausende Touristen kommen pro Jahr, um das Naturparadies in Australien zu bewundern. Sie reisen von Darwin aus über den Arnhem Highway an oder von Katherine aus auf dem Kakadu Highway. Zu den Touristenzentren gehört die Stadt Jabiru, in der es ein Einkaufszentrum und einen Flughafen gibt, von dem aus man zu Rundflügen über den Park aufbrechen kann. Auch Unterkünfte finden sich hier. Besonders eindrucksvoll ist das Crocodile Hotel, das – von oben gut zu sehen – die Form eines riesigen Krokodils hat.

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