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La Palma: Drachenbaumhaine und alte Höhlen

Anfang Februar, wenn die Mandelbäume blühen, wird in El Pinar, einem Ortsteil von Puntagorda im Nordwesten von La Palma das traditionelle Mandelblütenfest gefeiert. Dann ist es mit der Ruhe in dem ansonsten recht idyllischen Ort so gut wie vorbei. Das Datum des Festes wird jedes Jahr nach dem Blütenstand von der Verwaltung der 2000 Einwohner zählenden Gemeinde auf der Kanaren-Insel neu festgelegt.

Mandeln und Wein: Spezialitäten auf La Palma

Mandelspezialitäten, Weine von der Insel und viel Musik und Tanz bestimmen dann das Leben. Anschließend feiern die Palmeros in vielen Orten sowie in Santa Cruz mit ihren Gästen Karneval. Statt mit Konfetti wird dabei Babypulver im wahrsten Sinne des Wortes verpulvert. Das hat mit der speziellen Geschichte der Insel zu tun. Mit dem Bestäuben mit Mehl wollte man einst die Rückkehrer aus Lateinamerika in die raue Realität des Lebens zurückholen.  

Sehenswert ist in Puntagorda vor allem die kleine Kirche San Mauro, die in den letzten Jahren wieder aufgebaut wurde. Vom daneben stehenden einstigen Bischofssitz sind nur einige Reste erhalten. Vor dem Betreten warnen Reiseführer, da die Ruinen einsturzgefährdet sind.

Uralte Drachenbäume säumen den Weg

Von Puntagorda aus beginnen interessante Wanderwege, die von uralten Drachenbäumen gesäumt werden. Über das vor allem aus weit verstreuten Höfen bestehende Dorf Las Tricias gelangt man in das einstige Siedlungszentrum der Guanchen, der Ureinwohner von La Palma. Anstrengend sind die teilweise felsigen und steilen Pfade, die zu den Wohnhöhlen führen. Sie sind Bestandteil des mit „LP 1309“ Caminoi de la Costa ausgewiesenen Rundwanderweges, der die Insel komplett umrundet. Es kann deshalb schon einmal vorkommen, dass man auf dieser Teilstrecke rund um die Höhlen große Gruppen von Wanderern trifft, die von einem gerade im Hafen der Inselhaupstadt Santa Cruz ankernden Kreuzfahrtschiff oder mit der Fähre von den Nachbarinseln La Gomera oder Teneriffa herüber kommen und sich auf eine geführte Wanderung begeben haben. Meist ist man im Gebiet mit den Wohnhöhlen aber allein.

In einer Höhle befindet sich ein einstiger Versammlungsort der Ureinwohner, gekennzeichnet mit einem gepflasterten Steinkreis. Die meisten der zwei Dutzend einstigen Behausungen sind allerdings verfallen. Eine Höhle wird derzeit wieder restautiert. Künstler wollen dort inseltypisches Kunsthandwerk verkaufen.

Erinnerung an die Ureinwohner

In Sichtweite, leider etwas versteckt, haben sich auch zwei kleine Bio-Cafés etabliert, die von deutschen Aussteigern liebevoll betrieben werden. Eine von ihnen, Saleema S. Thierauf, bietet leckere Obstsalate und viele selbstgeerntete Früchte an. Eine Besonderheit auf ihrer kleinen Finca ist die  Freilufttoilette. Wenn man auf ihr sitzt, dann schaut man direkt aufs Meer. Saleema gibt auch gerne Auskunft über die Lebensart und Kultur der Guanchen und weist auf weitere Sehenswürdigkeiten im benachbarten Garafia hin. Dazu gehören einzigartige Steinzeichnungen (auch als Petroglyphen bezeichnet) auf großen Steinen, die verstreut am Wege stehen. Künftig wolle man sich mehr der Erinnerung an die vertriebenen Ureinwohner widmen.

Mandeln direkt vom Erzeuger

Der Rückweg führt dann entlang alter Baumriesen. Einzigartige Erinnerungen bleiben zurück. Wie die letzten Paradiese liegen kleine Fincas zwischen Drachen- und Mandelbäumen. Weitergehen sollte man dann bis zu einer Kreuzung, wo man nach links abbiegen sollte. Denn dahinter bietet eine wettergegerbte Frau selbstgebrannte Mandeln an. Wenn sie nicht vor der Tür steht: einfach klopfen. Spätestens, wenn man die Mandeln verzehrt hat und Nachschub braucht, erinnert man sich an diese Begegnung.

Hier finden Sie weitere Reisetipps zu den Kanaren.

 

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