> > Schloss Sanssouci: Prächtiges Refugium des Preußenkönigs

Schloss Sanssouci: Prächtiges Refugium des Preußenkönigs

myEntdecker stellt die wichtigsten „königlichen“ Gebäude mit einer Reihe von Reisetipps vor. Schließlich bietet die Stadt vor den Toren Berlins zahlreiche historische, kulturelle und architektonische Attraktionen, die mindestens einen Abstecher von Berlin aus oder gar eine eigene Städtereise lohnen.

Kein Schloss sorgte in seiner Entstehungszeit so für Ärger wie Sanssouci, das Schloss ohne Sorge oben auf dem Weinberg am Rande Potsdams.

Und das nur, weil ein eigenwilliger König, Friedrich der II. von Preußen, auch Friedrich der Große genannt,  sich in  Planung und Bauausführung einmischte. Im Januar 2012 jährte sich dessen Geburtstag zum 300. Mal. Am 13. Januar 1745 verfügte Friedrich der Große in einer Kabinettsorder den Bau eines „Lust-Hauses zu Potsdam“.

Nach dessen Skizzen fertigte der Architekt Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, der später auch in Berlin mehrere bedeutende Bauten für den König errichtete,  Entwurfszeichnungen an. Den Vorschlägen Knobelsdorffs, das Gebäude durch ein Sockelgeschoss zu erhöhen, zu unterkellern und bis nahe an den Rand der obersten Terrasse zu stellen, um dem Gebäude vom Parterre aus gesehen eine bessere Wirkung zu verleihen, widersprach Friedrich. Er wünschte kein repräsentatives Gebäude, sondern ein intimes Wohnschloss im Stil des Rokoko, das nur seinen privaten Bedürfnissen entsprach. Einen ebenerdigen Bau, dessen Sockel der Berg war, ein „maison de plaisance“, ohne eine Vielzahl von Stufen, um vom Innenraum direkt auf eine breite Terrasse und von dort in den Garten zu gelangen.

Bester Blick in den Park

Die autokratische Wesensart Friedrichs des Großen schränkte somit auch die baukünstlerischen Vorstellungen Knobelsdorffs ein, der die eigenwilligen Wünsche seines Auftraggebers architektonisch umzusetzen hatte. Nach nur zwei Jahren Bauzeit fand dann am 1. Mai 1747 die Einweihung des Weinbergschlosses statt, obwohl noch nicht alle Räume fertiggestellt waren.

Außer in Kriegszeiten lebte Friedrich dort in den Sommermonaten von Ende April bis Anfang Oktober. Das Gebäude war nur für den König und von ihm ausgewählte Gäste konzipiert. Seine Gemahlin Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern, mit der er seit 1733 verheiratet war, besuchte  Sanssouci (frz. sans souci „ohne Sorge“) nie. Sie wohnte im heute zum Stadtbezirk Pankow gehörenden Schloss Berlin-Niederschönhausen. Sanssouci zeigt zur Gartenseite hin eine heitere Fassade.

„Eine ausgelassene Gesellschaft von Bachhantinnen und Bacchanten aus Sandstein nimmt das Motiv des Weinberges wieder auf und gibt sich ganz „sans souci“ – ohne Sorge.“ schwärmt der der im Prestel Verlag erschienene Führer über das Schloss. Im Ehrenhof wird der Gast von einer majestätischen Säulenkolonnade empfangen. Diese fast klassizistische Ansicht betont den offiziellen Charakter.

Der König war im Weinbergschloss nicht nur geistvoller Gastgeber, sondern in erster Linie König. Im Marmorsaal, der durch acht korinthische Säulenpaaare aus Cararamarmor gegliedert ist, fanden die berühmten „Tafelrunden“ statt. Der Raum eirnnert an das Innere des Pantheon in Rom. Während der Führung durch das Refugium kann auch die Bibliothek erlebt werden. Es ist der intimste Raum des Schlosses und einer der schönsten des friderizian ischen Rokokos. Auch das Konzertzimmer gehört zu den schönsten Inneneräumen des gemeinsam mit Schlössern in Berlin und Potsdam zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Weinbergschlosses.

Carl Philipp Emanuel Bach spielte im Konzertzimmer

Adolph Menzel hat das Musikzimmer im Dchloss Sanssouci eindrucksvoll in seinem berühmten Gemälde „Flötenkonzert Friedrich des großen in Sanssouci“ verewigt. Den Mittelpunkt des Gemäldes bildet Friedrich der Große, die Querflöte im Ansatz, das Notenpult mit Kerzen beleuchtet. Er wird vom Cembalo und einer Streichinstrumentengruppe begleitet. nicht setzen.

Rechts im Bild steht ein älterer Zuhörer, den Blick nicht dem König zugewandt, sondern auf den Boden gerichtet. Es ist der Flötenlehrer Friedrich des Großen, Johann Joachim Quantz. Am Cembalo sitzt Carl Philipp Emanuel Bach. 28 Jahre stand er im Dienst des Königs.

Später kamen zwei Seitenflügel hinzu

Unter dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. wurde Schloss Sanssouci 1840–1842 durch Umbau und Verlängerung der zwei Seitenflügel erweitert. Ludwig Persius erstellte die Entwurfszeichnungen. Mit der örtlichen Bauaufsicht wurde Ferdinand von Arnim beauftragt.

Aber kein anderes Schloss ist so mit der Persönlichkeit Friedrichs des Großen verbunden wie Schloss Sanssouci. Der Name Sanssouci – ohne Sorge – ist dabei als Wunsch und Leitmotiv des Königs zu verstehen, denn hierher zog er sich mit seinen Hunden am liebsten zurück. Sein Sommersitz war ihm zuletzt Lieblingsort und wichtiges Refugium in schwierigen Zeiten. Im Winter wohnte er in Berlin oder im Potsdamer Stadtschloss.

Die allesamt festlichen Räume von Sanssouci sind geprägt von Eleganz und stilvoller Prachtentfaltung. Sie lassen aber auch die Liebe des Königs zu der herrlichen Umgebung, dem preußischen Arkadien, deutlich spüren.Bemerkenswert ist, dass sich der König auf der obersten Weinbergterrasse in einer Gruft beisetzen lassen wollte. Auch im Tode wollte er seinem Sanssouci nahe sein. Sein testamentarischer Wunsch ist allerdings erst 1991 in Erfüllung gegangen.

Hier finden Sie weitere Berichte über Sehenswürdigkeiten in Potsdam.

 

Entdecker-Infos

Adresse:| Besucherzentrum an der Historischen Mühle, 14476 Potsdam

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