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Bode-Museum Berlin

Spät entdeckten die nüchternen Preußen die schönen Künste – aber dann mit Macht. Die Museumsinsel in Berlin wurde zum Ausdruck des neuen Geistes. An ihrer Spitze steht einst wie heute das Bode-Museum mit seiner Skulpturensammlung.

Kühn erhebt sich der graue Bau aus der Spree. Wie ein Leuchtturm scheint sich der Kuppelbau den Fluten entgegenzustemmen. Statt rauer Natur ist im Herzen Berlins aber vielmehr filigrane Kultur zu erleben: Das Bode-Museum eröffnet an der Spitze einer Insel in der Spree ein ganzes Ensemble von herausragenden Museen, weshalb das Eiland im Herzen Berlins auch Museumsinsel genannt wird.

Die Väter des Bode-Museums

Initiator des Museums war Wilhelm von Bode. Um 1870, Bode war noch junger Assistent, bewegte sich aber schon im Umfeld der Kaiserfamilie, konnte er Kronprinz Friedrich von der Idee eines Kunstmuseums überzeugen. Es dauerte noch einige Zeit, bis die eher kulturskeptischen Preußen die Idee umsetzten. 1897, Bode war mittlerweile Generaldirektor der preußischen Museen, begann der Bau des Museums nach Plänen von Ernst von Ihne. Dem Hofarchitekten gelang es, auf einem asymmetrischen Grund ein perfekt harmonisches Gebäude mit dem zentralen Kuppelbau und zwei durch fünf Quergebäude verbundenen Schenkeln zu gestalten. 1904 wurde das Museum in Gedenken an den initiierenden 99-Tage-Kaiser Friedrich III. als Kaiser-Friedrich-Museum eröffnet.

Skulpturen stehen im Zentrum der Sammlung

Im Zentrum der Sammlung standen bereits Skulpturen, aber auch Gemälde, Möbel und kunstgewerbliche Objekte. Bode ließ ganze Fußböden, Wände und Decken nach Berlin schaffen, um den Bürgern zu zeigen, wie es in anderen Ländern aussieht. Heute raubt allein der bis 2006 komplett renovierte Museumsbau den Besuchern den Atem. Ob Kuppelhalle, Ausstellungssaal oder Treppenaufgänge – überall am Bode-Museum ist die Pracht des aufstrebenden Preußenstaates zu erkennen. Ergänzt wird das durch  herausragende Exponate europäischer Kultur, die Bode und seine Mitarbeiter zusammentrugen – und die beim Bau eine Rolle spielten. So ist die kleine Kuppelhalle ganz im Rokoko-Stil gehalten. Zu ihr gelangt man durch einen einer Renaissance-Basilika nachempfundenen Saal. Ein kleinerer, aber ebenfalls spektakulärer Raum ist das barocke, in Weiß und Rosa gehaltene Tiepolo-Kabinett mit 22 Deckenfresken des Italieners Giovanni Battista Tiepolo.

Umbenennung zu Ehren des ersten Direktors

Wie viele andere Gebäude wurde auch das Kaiser-Friedrich-Museum im Krieg schwer beschädigt. Nach dem Krieg wurde es durch die neuen Herrscher, die vor allem in der stalinistischen Ära mit historischen Traditionen wenig anfangen konnten, in Museum am Kupfergraben umbenannt. Seit 1956 immerhin trägt es seinen heutigen Namen Bode-Museum, zu Ehren des 1929 verstorbenen Direktors und Vaters moderner deutscher Museumsgestaltung, Wilhelm von Bode.

Heute gehören drei wesentliche Sammlungen zum Bode-Museum, die zum Teil auf Bode zurückgehen. Den größten Raum nimmt die Skulpturensammlung ein, dazu kommen die Sammlung byzantinischer Kunst und das Münzkabinett.

Im Zuge des „Masterplan Museumsinsel“ besteht mittlerweile auch eine Verbindung zum Pergamonmuseum.

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Entdecker-Infos

Adresse: | Am Kupfergraben 1, 10178 Berlin, Tel. 30-20905577

Öffnungszeiten: | Mo-So 10-18 Uhr

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